Buschnachricht, die erste ;)

Hei alle zusammen,

jetzt also mein erster Blogeintrag aus Denchemouso, Ghana. Da mich das Internet im Internetcafé nach einer halben Stunde schon aufgeregt hat, hab ich beschlossen, dass ich mir einen Internetstick zulege, um direkt von unter meinem Fliegenbaldachin berichten zu können.

Nachdem wir Sonntagabend gegen 20.00 Uhr Ortszeit in Accra gelandet sind, mussten wir uns erstmal auf Koffersuche begeben (Gott sei Dank nicht meine). Nach fast 2 Stunden mit dem Lost&Found- Personal haben wir die Koffer dann in Istanbul auf´m Flughafen aufgespürt, sie werden mit dem nächsten Flieger nachgeschickt. Das sollte eigentlich Dienstag Abend sein, bis jetzt sind sie immer noch nicht da…. Aber gut Ding will hier Weile haben, das hab ich auch schon nach 3 Tagen gelernt. 😉 Die Nacht haben wir in Accra in einem Hotel verbracht und sind dann am nächsten Morgen mit dem Bus 6 Stunden nach Kumasi gefahren, die nächst größere Stadt zu meinem Dorf Denchemouso. Entgegen allen Erwartungen (ich dachte, der Bus sei gerammelt voll, keine Klima, keine Sitzplätze) war die Fahrt wirklich angenehm! Schöne bequeme Ledersitze, Klima, viel Platz… japanische Qualitätsarbeit eben! 😉 Ernsthaft, der Bus war besser als es mancher in Deutschland ist.

In Kumasi angekommen wurden wir von dem Schooladministrator der Schule abgeholt. Ich muss sagen, dass ich immer noch erstaunt bin, wie viel doch in einen Kombi hineinpasst (in unserem Fall waren es 7 Leute und 15 Gepäckstücke).

Ich teile mir mein Zimmer auf dem Campusgelände mit Carmen, angehende Lehrerin aus Bayern (für alle vom AGH, sie erinnert stark an Frau Eisele ^^ ). Unser Zimmer ist an sich gut, das Bad ist halt so eine Sache für sich… 😉 Das Klo leckt beim Spülen und die Klobrille fehlt auch. 😀 Allerdings haben wir beschlossen, eine Klobrille zu kaufen und wollen das Leck mit Silikon abdichten… wenn ich mich denn mal trau, das Klo zu untersuchen (dafür muss es erst mal geputzt werden 😉 ). Aber um es mal mit Julian Marstallers Worten auszudrücken, ich lebe luxuriös, denn immerhin muss ich nicht in ein Loch sch*****! 😉 Also positiv sehen und darüber lachen. 🙂

Ich hab hier in den letzten Tagen schon so viel Neues gesehen und erlebt, ich kann das gar nicht alles in Worte packen und geordnet aufschreiben… Ich beginne mal mit den Sachen, ich wirklich toll finde: Als wir mit dem Bus nach Kumasi gefahren sind, haben wir auch sehr viel Natur durchquert. Es ist hier teilweise echt so klischeehaft, wie man das immer so sagt: Links und rechts von der Straße stehen Palmen, Bananenpflanzen, Büsche etc. und dazwischen befinden sich „Häuseransammlungen“ (ich würd es nicht Dörfer nennen). Die sind um einen kleinen Platz herum gebaut und auf dem sitzen dann Frauen um ein Feuer herum und kochen während ganz viele kleine Kinder zwischen den Häusern herum springen und spielen. So klischeehaft es auch klingt, ich finde das wirklich schön. 🙂 Andererseits sieht man an diesen Häusern eben auch, wie arm ein Teil der Bevölkerung ist. Die Wände sind aus provisorisch zusammengezimmerten Holzlatten und die Dächer aus Wellblech… irgendwie auch wieder ein Klischee…

Ein Klischee, dass sich bisher aber nicht bestätigt hat, ist das Thema mit der Zeit bzw. Pünktlichkeit… 😉 Bisher waren alle Ghanaer, die uns irgendwo abholen sollten, nicht

unpünktlicher, als ich´s in Deutschland manchmal auch bin. 😉

Allerdings gibt es dann auch doch wieder Dinge, die ich ein wenig merkwürdig finde:

Dazu gehört, dass man wirklich die permanent angestarrt wird. Egal was man tut, egal wie sch**** man der Hitze wegen aussieht, alle starren dich an. Die kleinen Kinder, die teilweise noch nie jemand Weißes gesehen haben, zeigen mit dem Finger auf dich und rufen dir hinterher (was jetzt aber überhaupt nicht wild ist, wir haben als kleines Kind ja alle auch Leute mit anderer Hautfarbe angestarrt 🙂 ). Gestern, als wir uns das Nachbardorf angeschaut haben, kamen zwei kleine Kinder auf mich zu gerannt und haben mich einfach umarmt… (sie war´n ja schon zuckersüß…^^). Bei den Älteren wundert es mich ein bisschen, denn eigentlich müssten in der Gegend ja öfters Weiße rumlaufen, immerhin gibt es das Freiwilligenprojekt ja schon einige Jahre… Ich muss auch zugeben, dass ich (und die anderen Freiwilligen) die Leute an sich viel offener erwartet haben, als sie es bis jetzt sind… zumindest wurde uns immer erzählt, wie freundlich, offen und hilfsbereit die Menschen hier seien. Ich will gar nicht bestreiten, dass das wirklich so ist, ich habe auch schon viele Leute getroffen, die wirklich nett, offen und hilfsbereit sind. Aber eben auch einige, die uns das Gefühl vermittelt haben, dass wir hier nur geduldet sind…zumindest ist das mein Gefühl…Vielleicht gibt sich das noch ein bisschen je länger ich hier bin. Allerdings find ich´s dann doch etwas irritierend, wenn man dann vor uns offen davon spricht, wie unfreundlich und verschlossen die Deutschen doch seien und wie freundlich die Ghanaer dagegen… Aber das ist nur mein Gefühl, vielleicht schätze ich das auch falsch ein.

Was ich dann aber auch wieder lustig finde ist, dass hier mal gar nix nach typisch deutscher Ordnung läuft, eben alles bisschen unkonventioneller. 😉 Dazu gehört auch, dass eine Freiwillige, die eigentlich in einer Gastfamilie wohnen sollte, bis jetzt noch bei uns auf dem Campus schläft. Der Schooladministrator meinte am Montag zu ihr, es müssten noch ein oder zwei Dinge mit der Familie geklärt werden, bis sie dorthin kann, würde aber schnell gehen… bis jetzt hat sich da noch nichts getan, wir sind uns nicht mehr ganz sicher, ob es bis jetzt überhaupt eine Familie gibt, zu der sie kann… 😀 😀 Aber wir warten jetzt einfach mal ab ob sich noch was tut, sonst wohnen wir halt zu fünft in zwei Zimmern. 🙂

Zum Schluss vielleicht noch ein oder zwei Worte zum eigentlichen Grund meines Aufenthaltes hier, der Arbeit im Kindergarten. 😉 Gerade haben die süßen Kleinen noch Ferien, die Arbeit beginnt nächste Woche am 4. September. Das ist ganz gut, denn ich hab jetzt noch ein wenig Zeit, um mich hier einzurichten und einzugewöhnen. Aber ich bin auch schon mega gespannt auf die Arbeit mit den Kindern und ob die mal so auf mich hören, wie ich mir das gedacht (vielleicht auch erhofft) habe. 😉

Soo, jetzt bin ich dann aber auch am Ende, auch wenn ich das Gefühl hab, jede Menge vergessen zu haben. 🙂 Aber das schreib ich dann einfach nächstes Mal. Was ich aber noch loswerden wollte, ist die Sache mit den SMS aus Deutschland: Wer Alditalk hat, der kann mir sehr gern auf meine normale Aldinummer schreiben, ich hab das Handy an. Ihr zahlt, wenn ihr die Flat habt, auch nichts dafür. 🙂 Ich werd euch dann von meinem Ghana-Handy antworten, das ist für mich billiger. Allerdings weiß ich nie so recht, ob die SMS wirklich ankommen (manchmal tun sie´s, manchmal aber auch nicht), deshalb seit nicht böse, wenn nichts zurück kommt, die SMS ist dann unterwegs wohl verloren gegangen. 🙂 Das wär´s dann aber auch mal gewesen.

Ich hoffe, euch geht’s gut daheim!

Liebste Grüße,

Lisa 🙂

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