Time to say goodbye… Letzter Funk aus dem Busch!

Hallöchen zusammen,

 

hiermit melde ich mich zum letzten Mal aus dem ghanaischen Busch – finally, time to say goodbye.

 

Obwohl ich gerade in den letzten Wochen gemerkt habe, wie sehr ich mich wieder auf Deutschland freue, verabschiede ich mich neben dem lachenden natürlich auch mit einem weinenden Auge. Ich habe unglaublich viele nette Menschen kennengelernt und ein paar von ihnen richtig ins Herz geschlossen. Gerade der Abschiede von diesen wird wohl recht „feucht-fröhlich“ ausfallen (zum Glück habe ich mir ein typisch ghanaisches Stofftaschentuch zugelegt…) und ich werde sie sehr vermissen.

Allgemein glaube ich, dass mir die vielen kleinen, manchmal auch nervigen Dinge fehlen werden – sei es das am Telefon recht unverständliche Ghanaian-English oder das Feilschen darum, die Mango für 30 Cent und nicht zum Obruni-Special-Preis von 80 Cent erwerben zu können. Und wo wir schon beim Thema sind, ich befürchte auch fast, dass ich mit den festgelegten Obst- und Gemüsepreisen anfangs im Supermarkt meine Probleme haben werde… die paar Tomaten kann man doch auch billiger haben… Und so richtig vorstellen, dass abends, beim Richten für die Party, nicht mehr einfach das Licht ausgehen kann und die Mascara daraufhin sonst wo hängt , kann ich mir auch noch nicht. Und dann erst duschen, zu jeder Tages- und Nachtzeit einfach den Hahn aufdrehen und sich darunter stellen zu können… (wobei, das kann ich in Ghana auch, allerdings kann das zeitweise eine recht trockene Angelegenheit werden) Um es kurz zu fassen, alles, was in Deutschland selbstverständlich erscheint, wird mir wie unglaublicher Luxus vorkommen.

 

Bevor ich Ghana nun aber endgültig hinter mir lasse, möchte ich mich noch bei dem ein oder anderen bedanken: Zuallererst natürlich dem Deutsch-Ghanaischen Freundschaftskreis, der meinen Aufenthalt in Ghana überhaupt erst möglich gemacht hat! Dann meinen Eltern, ohne deren Unterstützung ich das hier nicht hätte stemmen können… aus welcher Sicht auch immer! Meinen „neuen“ Freunden in Ghana, die für mich diese Zeit zu einer unvergesslichen gemacht haben und bei denen ich mir wirklich unglaublich wünsche, dass der Kontakt bestehen bleibt. Und dann natürlich noch meinen Mädels, ohne die ich das alles schlicht und ergreifend nicht durchgezogen hätte! Dankeschön euch allen!

 

Morgen früh werden wir samt unseres Hausstandes nach Accra fahren, um dort gemeinsam die letzte Woche zu verbringen. Oder, um es so auszudrücken wie die Ghanaer, “You really enjoy yourselve!“ 😉

 

 

Zum letzten Mal staubige, heiße Grüße aus Ghana und wir sehen uns in einer Woche,

LisBilda

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Von Sklavenburgen, Bettmilben und Naturwundern – Weihnachtsferien ´12/´13

Hallo zusammen,

 

nachdem ich jetzt schon längere Zeit nichts mehr von mir habe hören lassen, dachte ich mir, dass es mal wieder höchste Zeit für einen Funk aus dem Busch ist. Zuerst wünsche ich euch allen aber noch nachträglich ein frohes neues Jahr 2013! Hoffentlich habt ihr schon rein gefeiert und eure guten Vorsätze bisher auch brav und konsequent eingehalten…! 😉

 

Wie ich in meinem letzten Blogeintrag schon erwähnt hatte, haben wir uns über die Weihnachtsferien die Rucksäcke aufgeschnallt und sind als Backpacker durch´s Land gereist. Los ging die Reise in Elmina, einem Fischerdorf an der Küste, das berühmt für seine Sklavenburg ist. Wie es sich für einen echten Touristen gehört, haben wir uns natürlich einer Führung angeschlossen, ebenso wie einige andere „Obrunis“. Allgemein muss ich sagen, dass ich in Ghana noch nie so viele Weiße auf einem Haufen gesehen habe wie in den Küstenstädten (außer in der Shoppingmall in Accra vielleicht). Es birgt jedoch durchaus eine gewissen Ironie, dass während der Weiße mit der fetten Nikon-Kamera Urlaubsbilder von der Liebsten neben einer alten Kanone schießt, der ghanaische Guide von eingepferchten und gebrandmarkten Afrikanern erzählt. Obwohl vor allem die Besichtigung der alten Verliese ein beklemmendes Gefühl hinterlässt, würde trotzdem jedem, dem sich die Möglichkeit bietet, empfehlen, sich einmal so eine Burg anzusehen. Übernachtet haben wir in Elmina übrigens im „Stumble Inn“, einer kleinen Lodge am Strand etwas außerhalb gelegen. Hier stand ich das erste (aber noch lang nicht das letzte) Mal am privaten Strand und konnte es nicht so recht begreifen, dass ich hier tatsächlich in Ghana und nicht in der Karibik bin. Abgesehen von der wunderschönen Anlage gibt es hier übrigens auch richtig aufgebrühten Kaffee zu trinken, nicht diese Nescafé-Geschichte. Bringt natürlich noch ein paar Pluspunkte mehr. 🙂

Nächste Station der Reise war Cape Coast, Ghanas Bildungshochburg und nur wenige Kilometer von Elmina entfernt an der Küste gelegen. Bildungshochburg deswegen, da es dort mit Abstand die meisten und besten Universitäten und Colleges in ganz Ghana gibt. Auch Cape Coast hat eine Sklavenburg, die wir uns selbstverständlich auch angeschaut haben. Wer jetzt denkt, dass ich hier in Ghana zum Kulturfreak geworden bin und nur noch durch alte Burgen stapfe, der irrt sich allerdings ein klein wenig. Dank unserer Unterkunft (Oasis Beach Resort) haben wir am 21. Dezember eine kleine Vor- Vor- Weihnachtsparty gefeiert. 😉

Ab dem 23. Dezember haben wir uns dann aber erst einmal wieder „zu Ruhe“ gesetzt und uns für 10 Tage in der Green Turtle Lodge in „the middle of nowhere“ eingemietet. Ich untertreibe an dieser Stelle in keinster Weise, wer möchte, kann bei Google Earth ja einmal „Akwidaa“ eingeben und nachschauen, wo sich das genau befindet. An dieser Stelle möchte ich mich auch dafür entschuldigen, dass ich in diesem Jahr weder Weihnachts- noch Neujahrsgrüße per SMS versandt habe. Handynetz gab es nämlich auch nur an bestimmten Stellen und da es mir dann doch zu zeitaufwändig war, mit in den Himmel gestrecktem Handy 3 Stunden in der Mitte des Parkplatzes zu verharren, habe ich mich mit Nachrichten auf meine Familie beschränkt. Trotz des mangelhaften Kontakts zur deutschen Außenwelt und trotz der Tatsache, dass meine Matratze von Bettmilben befallen war und meine Beine über Nacht in zwei rote, aufgeschwollene und unvorstellbar juckende Bisse verwandelt haben und trotz des (meiner Meinung nach) an manchen Stellen übertriebenen Ökogehandabes („self-composting toilets“), hatten wir dort einen wunderschönen Strandurlaub! Heilig Abend haben wir unsere eigene, kleine Bescherung veranstaltet (und obwohl Meeresrauschen und Sand in den Ohren nicht gerade fördernd für die Weihnachtsstimmung sind, habe ich zumindest ein bisschen „Weihnachten“ gefühlt) und an Silvester eine große, sehr sehr lustige Strandparty gefeiert. Ich muss zugeben, dass ich selten so eine tolle Party erlebt habe! Der Abschied am 2. Januar fiel dementsprechend auch nicht gerade leicht, denn obwohl ich nicht erwartet hätte, dass man innerhalb von 10 Tagen so viele unglaublich nette Leute kennenlernen kann, sind uns doch ein paar wirklich ans Herz gewachsen und werden beim Verfassen dieses Blogeintrags auch wieder vermisst.

Nach den Schildkröten (wir haben im Übrigen leider keine gesehen) hat es uns zuerst für 2 Tage nach Accra (so viel Zivilisation war man nach 10 Tagen Outback gar nicht mehr gewöhnt) und dann hoch in die Volta Region verschlagen. Von der Stadt Ho ausgehend sind wir durch das Kalakpa-Schutzgebiet gestapft (der Guide war am Ende fertiger als wir: “Yeah men, you wanna kill me?“) und die Kentestoffe von Kpetoe angesehen (wie man das korrekt ausspricht, weiß ich leider nicht). Danach ging es weiter nach Hohoe zu den berühmten Wli-Wässerfällen, die nur zu Fuß durch den Regenwald zu erreichen sind. Wer jetzt allerdings dichten Dschungel erwartet, der irrt, es gibt einen sehr guten Weg und man überquert dabei teilweise ganz romantische angelegte 7 Brücken. Diese Wasserfälle gehören auch zu dem beeindruckendsten, was ich an Natur jemals gesehen habe. Wir saßen einige Zeit einfach nur da und haben über dieses perfekte Stückchen Welt gestaunt. Am Tag zuvor haben wir uns allerdings noch durch die ghanaischen Berge zu der Kalksteinhöhle des Bergdorfes Logba Tota geschlagen. Der ein oder andere hat dabei die vorangegangenen 10 Tage faulenzen am Strand doch stellenweise bemerkt…

Das Ende unserer Reise fiel für mich dann leider nicht ganz so positiv aus, ich hatte mir wohl irgendwo eine Stechmücke mit Malariaerreger angelacht und musste daher früher nach Kumasi zurückkehren. Zum Glück bekam ich Unterstützung von meinen Mädels, sonst wäre ich wohl vollständig verzweifelt. Im Nachhinein betrachtet ist Malaria (zumindest die Variante, die ich hatte) nicht schlimmer als eine anständige Grippe und ist, wenn sie rechtzeitig bemerkt und mit Tabletten behandelt, auch recht ungefährlich. Allerdings wünscht man sich bei über 39 Grad Fieber und Krämpfen vom Frieren in den Händen dann schon ein ganz kleines bisschen, zu sterben. Auch wenn das natürlich völlig übertrieben ist, aber da ich die letzten Jahre nie Fieber hatte, war das durchaus eine größere Sache für mich. Aber nach 4 Tagen mit täglich 8 Antibiotika und 2 Schmerztabletten war dann auch diese Phase ausgestanden und ich um eine Erfahrung (und dem Malariaerreger) reicher.

 

Gut, ich denke, dass sollte für´s erste wieder genug Lesestoff sein. Jetzt sind es ja auch nur noch 7 Wochen, bis ich wieder deutschen Boden unter meinen Füßen habe, Endspurt ist also langsam angesagt. Ich hoffe, euch allen geht es gut und ihr versinkt nicht zu sehr im Schnee. Hier herrscht gerade der Harmattan, eine Art Staubsturm, der hier alles im Staubnebel versinken lässt. Zusammen mit der Hitze auch nicht immer so angenehm… Wie dem euch sei, ich freue mich langsam wirklich wieder auf zu Hause und auf das kalte, deutsche Wetter. 🙂

 

Liebste Grüße aus Ghana,

Lisa  Bild

Fröhliche Weihnacht überall, tönet aus den Büschen froher Schall…

Hallo ihr Lieben,

 

nach über einem Monat Funkstille lasse ich mal wieder etwas neues von mir aus dem Busch hören.

 

Vergangenen Sonntag hatte ich Halbzeit, unglaublich, wie schnell doch die Zeit vergeht (das erwähne ich aber in jedem Blogeintrag, wenn ich mich recht entsinne)! Ich kann es selbst noch gar nicht richtig fassen, dass ich in 3 Monaten wieder in Deutschland sein und das alles hier hinter mir lassen werde. Ich habe mich vollständig eingelebt und eingerichtet und bezeichne unser kleines Zimmerchen mittlerweile ganz selbstverständlich als mein „zu Hause“. Auch sind mir „meine Mädels“ richtig ans Herz gewachsen, was mich selbst, um ehrlich zu sein, ein wenig überrascht. Ich würde es durchaus als gewagt bezeichnen, 3 pubertierende und eine Erwachsene in zwei kleine Räumchen zu stecken und darauf zu vertrauen, dass sie sich nicht an die Gurgel gehen. Zumal sie sich davor erst ein Mal gesehen hatten. Aber wir sind tatsächlich zu einer kleinen „Familie“ zusammen gewachsen, die gute und schlechte Zeiten durchsteht und auf die man sich in jeder Lebenslage verlassen kann (jaaa ich weiß, dass hört sich unglaublich kitschig an!). Ich für meinen Teil glaube, dass es wieder in Deutschland wirklich komisch sein wird, morgens aufzuwachen und in 3 top fitte, freudestrahlende Gesichter zu schauen. 😉 Um es auf den Punkt zu bringen, ich hab sie aller wirklich sehr sehr lieb und werde sie vermissen. Jetzt aber genug der Liebeserklärungen, sonst wird es zu schmalzig.

 

Neuigkeiten von der Arbeit gibt es natürlich auch, wobei sie mehr oder (leider) weniger positiv ausfallen… Meine Beschäftigung im Kindergarten läuft mittlerweile wohl vollständig unter der Bezeichnung „Obruni (Weiße) für alles“, wobei „Alles“ die Tätigkeit als Lehrerin ausschließt (und dafür war ich ursprünglich hierher gekommen). Ich koche, spüle und bastle mich durch meine Woche und bespaße dazwischen noch das ein oder andere Kind. Das ist, um ehrlich zu sein, schon sehr ermüdend und ich muss mich morgens manchmal fast zwingen, aufzustehen und zur Arbeit zu gehen. Trotzdem liebe ich „meine“ kleinen, ungezogenen, oft versauten Kinder und merke jedes Mal, wenn ich nach längerer Abwesenheit wiederkomme, dass ich sie doch sehr vermisst habe. Auch mit den (meisten) Lehrerinnen verstehe ich mich richtig gut und freue mich, wenn ich sie auch mal außerhalb des Kindergartens antreffe.

 

Neben dem Kindergarten bin ich auch zwei Mal die Woche als ICT- (Computerunttericht) Lehrerin für die Klassen 5 und 6 an der Primary School tätig. An sich macht mir unterrichten wirklich großen Spaß und ist auch eine willkommene Abwechslung zum eher eintönigen Kindergartenalltag. Allerdings scheitert meine Motivation bisweilen fast jede Unterrichtsstunde an den Schülern bzw. an dem ghanaischen Schulsystem. Ich werde mich jetzt nicht in voller Breite darüber auslassen, sonst rege ich mich nur noch mehr auf, als ich es eh schon tue. Aber wenn es möglich ist, als 5.- oder 6. – Klässler ohne jegliche Englischkenntnisse (also weder Verstehen noch Sprechen noch Schreiben) durch eine eigentlich englischsprachige Schule zu kommen, dann kann etwas nicht stimmen. Aber wenn selbst der Englischunterricht in Twi abläuft, braucht man sich eigentlich nicht mehr den Kopf darüber zerbrechen.

Vom Thema Respekt möchte ich gar nicht erst anfangen, nur soviel: Wenn man in der Stunde mehrmals anstelle des Namens mit „Obruni“ (Weiße) angesprochen wird oder den Schülern das eigene Wasser aus der Hand reißen muss, weil sie es sonst einfach ungefragt getrunken hätten, fragt man sich schon des Öfteren, warum man sich hier eigentlich hinstellt und den Pausenclown gibt. Ich möchte auf keinen Fall sagen, dass es an deutschen Schulen nicht auch solche Schüler gibt, aber seltenst in so einer Masse.

 

Das hört sich jetzt sicherlich ziemlich frustrierend an (und ist auch) und ihr fragt euch bestimmt, warum ich mich hier unten trotz der ungezogenen Kinder, der ermüdenden Arbeit, des Wassers- und Stromausfalls so „heimelig“ fühle. Ich kann euch darauf auch keine wirkliche Antwort geben, außer vielleicht, dass der Mensch unglaublich anpassungsfähig und durchhaltevermögend sein kann. Wahrscheinlich schimpfe ich im Moment über dieses ganze System, aber im Grunde habe ich mich wahrscheinlich in das ganze Chaos hier verliebt und möchte es gar nicht mehr missen. Hauptsächlich liegt es wohl aber an den vielen tollen Menschen, die ich hier unten kennen gelernt habe und mit denen vor allem die Wochenenden, aber eben auch der normale Alltagswahnsinn lohnenswert sind.

 

So, das war es jetzt auch schon wieder meinerseits, ich hoffe wie immer, dass es euch daheim gut geht und ihr die Winterzeit genießt. 😉 Am Sonntag ist ja der erste Advent, also geht es jetzt doch steil auf Weihnachten und Silvester zu. Da ich ab dem 13. Dezember Ferien habe und wir die Zeit nutzen, um das Land ein wenig zu bereisen, werde ich von da an eine Weile nicht mehr online sein. Also wünsche ich euch lieber jetzt schon einmal Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr (es klingt doch ziemlich komisch, dass so früh schon zu schreiben)! Und während ihr vielleicht schon die ersten Plätzchen nascht, knabbere ich weiter fröhlich an meiner Wassermelone und passe auf, dass ich mir keinen Sonnenbrand hole. 🙂

 

Liebste Grüße aus dem sehr heißen, unglaublich unweihnachtlichen Ghana,

Lisa

 

Funk aus dem Busch – Happy 2-monatiges! :)

Hallo ihr Lieben,

 

(fast) pünktlich zum Zweimonatigen melde ich mich mal wieder mit einem Funk aus dem Busch Afrikas. Seit vergangenen Sonntag bin ich nun genau 8 Wochen in Ghana – habe also schon ein Drittel meiner gesamten Zeit hier erfolgreich überstanden!

Die Wochen seit meinem letzten Blogeintrag sind wie im Fluge vergangen und ich kann überzeugt berichten, dass ich mich hier sehr gut eingelebt habe und mein Zimmer ein wirkliches zu Hause für mich geworden ist! Darauf bin ich dann auch doch ein klein wenig stolz, denn obwohl gewisse „Umstände“ für mich mittlerweile normal geworden sind, für euch Daheimgebliebenen sind sie das wohl nicht ganz.

So zum Beispiel das Wasserproblem, dass vor 3 Wochen seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte: Bei unserer Ankunft in Ghana wurden wir unter anderem auch darauf hingewiesen, dass die fließend Wasser Zufuhr ab und an nicht funktionieren könnte – daher auch die Plastiktonne in unserem Badezimmer, die wir mit Brunnenwasser für den Notfall füllen könnten. In der Anfangszeit nie mit diesem Problem konfrontiert, blieb sie natürlich ungeöffnet in der Ecke stehen – bis dann vor vier Wochen eines Morgens das Wasser weg blieb. Festival-erprobt wie ich bin (an dieser Stelle danke an meine Mädels und Jungs, die mich mitgeschleppt haben!), bedeuten mal ein oder auch zwei Tage ohne fließend Wasser und Dusche natürlich nicht den Weltuntergang, zumal es zwischendurch für eine halbe bis eine Stunde auch Wasser gab. Eben jener Untergang nahm vor besagten 3 Wochen dann aber recht abrupt Gestalt an, als am Montag Morgen das Wasser weg blieb und sich erst wieder zum Wochenende hin zurück meldete… Nicht genug, das Wasser holen aus dem Brunnen nach dem 4. Eimer auch nicht mehr „wildlife“ sondern einfach nur noch anstrengend ist, wurde es pünktlich zum fehlenden Wasser kuschelig schwül-heiß (unter zwei Mal am Tag duschen ist bei solchem Wetter nicht, zumindest bei mir!). Statt Wasserhahn aufdrehen hieß es von da an Eimer füllen und Tasse eintauchen (und möglichst den teilweise doch etwas merkwürdigen Geruch des Brunnenwassers einfach ignorieren…), um sich morgens und abends zu erfrischen. Als man sich schon fast daran gewöhnt hatte, vor der Morgentoilette erst einmal etwas für den Bizeps zu tun, floss das Wasser wieder und ist seither in solch extremer Form auch nicht mehr weg geblieben (obwohl ich zugeben muss, dass wir, während ich diesen Bericht geschrieben habe, zeitweilig auch kein Wasser hatten…).

Nachdem ihr nun bestens über das Wasserthema Bescheid wisst, darf auch der Strom nicht unerwähnt bleiben – wenn er denn nicht gerade Pause macht. Eigentlich ist das schon ein alter Hut für uns, denn seit unserer Ankunft fällt mit 95- prozentiger Wahrscheinlichkeit der Strom allabendlich für mindestens eine gute Stunde aus. Ich bin von Natur aus schon kein riesen Romantiker – aber mittlerweile kann mir keiner mehr erklären, dass duschen oder essen bei Kerzenlicht doch sooo unglaublich romantisch ist! Und ein abtauender Kühlschrank hat mit Romantik spätestens dann nichts mehr zu tun, wenn einem beim Öffnen eine kleine Flutwelle entgegen schwappt. Aber der Mensch ist ja anpassungsfähig, vor allem in Afrika, und daher versuche ich ab und an eben fast blind, meine Zahnpasta auf der -bürste zu platzieren (wir hatten ja auch schon den Fall, dass es weder Wasser noch Strom gab, aber davon fange ich jetzt gar nicht erst an…).

Ein weiteres Beispiel ist der „Dreck“, in dem wir hier ganz brutal gesagt leben – was um Gottes Willen nicht heißen soll, dass man uns in eine heruntergekommene Bruchbude gesteckt hat! Aber so richtig sauber ist und wird es eben nicht – egal, wie oft man auch putzen mag. Das liegt zum einen daran, dass unser Zimmer viele schöne hohe Ecken hat, in denen es Spinnen besonders gut gefällt. Oder zum anderen daran, dass sich durch die hohe Luftfeuchtigkeit Schimmelpilze besonders wohl fühlen und es sich gern unter den Schränken oder an Rücksäcken, Koffern und Schuhen bequem machen. Aber da heißt es dann eben abwischen und weiter machen. Besagte Luftfeuchtigkeit dürfte auch für den leicht muffigen und zeitweise undefinierbaren Geruch verantwortlich sein, der von unserer Couch und den Betten ausgeht – da hilft selbst der beste Textilerfrischer nicht viel. Die gute Nachricht ist, dass man aber auch irgendwann das nicht mehr riecht und der „Dreck“ nach einer gewissen Zeit auch nicht mehr ganz so dreckig erscheint. Nur die Spinnweben über meinem Bett habe ich die letzten Tage entfernt, da es dann doch zu viel des Guten war, beim Aufwachen von einer Spinne begrüßt zu werden.

 

Die eben genannten Sachen mögen euch jetzt vielleicht ganz harmlos erscheinen und ihr lacht darüber und fragt euch, warum ich mich denn so angestellt habe – aber lasst euch gesagt sein, so lustig ist es spätestens dann nicht mehr, wenn man krank zwischen Bett und Toilette pendelt und dann kein Wasser für die Spülung mehr kommt. Oder, wenn man mitten unter der Dusche auf einmal versuchen soll, sich das Shampoo mit vereinzelten Wassertröpfchen auszuwaschen. Für´s wildlife muss man eben geboren sein und obwohl ich sicher nicht zimperlich bin, geht es mir oft gehörig auf den Keks.

 

So, das wäre es jetzt erst einmal zu meinem 2-monatigen Jubiläum, ist doch schon wieder recht ordentlich geworden. Zum Schluss möchte ich aber noch sagen, dass ich es trotz zuvor genannter Schwierigkeiten nicht bereue, den Schritt gewagt zu haben und hierher gegangen bin! Wer also gegen das ein oder andere „Abenteuer“ nichts einzuwenden hat, der sollte es wagen und sich in die Büsche Afrikas begeben. 😉 Ich hoffe, Studium, Schule oder Arbeit läuft bei euch daheim in Deutschland so, wie ihr es euch wünscht und es geht euch allen gut!

 

Liebste Grüße aus dem ghanaischen Busch,

 

Lisa 🙂

How to stay alive… (vom Essen)

Hallo ihr Lieben,

 

heute lebe ich genau seit 5 Wochen und  zwei Tagen im ghanaischen Busch – Wahnsinn, wie schnell die Zeit doch vergeht. Dabei haben sich die 6 Monate am Anfang noch wie Jahre angefühlt… Aber hier dauert ja bekanntlich alles ein wenig länger, eben auch die Eingewöhnungsphase. Alles andere wäre in einem Land, dessen Motto „There´s no hurry in life“ lautet, auch nicht typisch und nicht zu erwarten.

Da ich mich hier wie schon erwähnt ganz gut eingelebt habe, wollte ich euch in diesem Blogeintrag die ghanaische Esskultur ein wenig näher bringen. Auch wenn ich schon im Voraus gestehen muss, dass ich das meiste der folgenden Kost mehr schlecht als recht vertrage und mich daher vor allem zu Beginn hauptsächlich von Säuglingsnahrung und Brühe ernährt habe. Aber dazu später mehr.

Der Ghanaer ernährt sich vorwiegend von 3 Dingen – Yam, Plantain und Reis in allen Variationen. Während letzteres euch bekannt sein dürfte, muss ich vielleicht kurz erklären, was Yam und Plantain sind: Yam wächst als Wurzel im Boden und ist von Konsistenz und Geschmack her vergleichbar mit einer Kartoffel. Genau so kann man sie auch zubereiten: Es gibt gekochte Yam, frittierte Yam (Pommes!), gegrillte oder geröstete Yam gestampfte Yam (zusammen mit gestampfter Plantain bekannt unter dem Namen „Fufu“)…. Plantain findet man in den deutschen Afrika-Shops unter der Bezeichnung „Kochbanane“ und auch diese kann man kochen, frittieren, grillen, rösten, stampfen, pürieren… Dazu bereitet sich der echte Ghanaer ein selbstgemachtes „Stuub“ zu – oder, wie ich es nenne, eine Soße oder Dip, je nach Konsistenz. Ins Stuub kommt hinein, was schmeckt oder eben gerade zur Hand ist. Nur eines haben alle Variationen gemeinsam – sie sind scharf (für meinen Geschmack meistens zu scharf) und fettig. Mein Lieblings – Stuub ist das „tomatoe stuub“ (oder, wie der Ghanaer sagen würde, „tomatuu stuub“), was in etwa einer dickflüssigen Tomatensoße ähnelt. Allerdings schmeckt es hundert Mal besser! Auch ein Dip namens „Pepper“ (der Name lässt vielleicht schon auf den Schärfegrad schließen), der zu frittierten Yam serviert wird, hat es mir angetan (sehr zum Leidwesen meines Magens allerdings). Genau das Gleiche isst man zum Reis – oder man brät in mit Sojasoße, Spaghetti und Gemüse an und garniert das Ganze zum Schluss mit Ketchup, Majo, Krautsalat und einem Hühnerbein (davon bin ich jetzt kein allzu großer Fan…). Zu den Plantain wie auch zu den „normalen“ Bananen isst man hier geröstete, gesalzene Erdnüsse – die Kombination aus süß und salzig ist wirklich lecker, auch wenn ich anfangs meine Zweifel hatte. Allgemein hat die Kochbanane hier von der Zubereitung her wenig mit der zu tun, die man in jedem Asia – Restaurant bekommt. Natürlich ist es am Anfang etwas ungewohnt, ein Barbecue mit gegrillten Bananen zu haben, aber wenn man wie ich auf den Geschmack kommt, wird man das jeden Tag zu Mittag essen können. Lecker sind auch die frittierten Plantains, zusammen mit Vanilleeis und Sahne gäbe das einen perfekten Nachtisch (muss ich in Deutschland unbedingt mal zubereiten!).

Das Meiste von dem zuvor genannten schmeckt also wie schon gesagt ziemlich lecker – trotzdem habe ich mich in den ersten 2 Wochen vorwiegend von Babynahrung und Gemüsebrühe aus Deutschland ernährt und bin zum Vegetarier mutiert, was allerdings nicht ganz freiwillig war. Wie bereits erwähnt, wird hier fast ausschließlich sehr scharf und fettig gekocht – eine Tatsache, auf die mein Magen nicht ganz optimal reagiert hat. Da ich also nur von Big Mama gekochtes Essen zu mir nehmen kann, wenn eine Toilette in Reichweite ist, bleibt als Alternative nur selbst Kochen. An sich gar kein Problem, allerdings war die Gasflasche leider aufgebraucht und da hier ja alles etwas länger dauert, musste ich mich mit Essen begnügen, dass mit einem Wasserkocher zubereitet werden konnte. Mittlerweile haben wir aber unser Gas und bekochen uns selbst. Dann gibt es unscharfe Nudeln mit Tomatensoße. Oder „Bratkartoffeln“ aus Yam mit Ketchup. Oder gekochten Reis mit Ei. Oder Nudeln mit Ei. Oder „Ratatouille“ aus Paprika und Tomaten und Reis oder Nudeln. Da fühlt man sich dann manchmal schon fast wieder wie daheim… Jetzt noch zu der Sache mit dem Vegetarismus: Wer mich kennt, weiß, dass ich einem leckeren Burger oder Steak nicht gerade abgeneigt bin. Mein Besuch der Fleisch- und Fischabteilung in Kumasi Market hat allerdings einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Und da ich nun jedes Mal einen von Fliegen umschwirrten, vertrockneten Ziegenkopf und die dazu gehörenden Gedärme vor Augen habe, wenn ich ein gutes Stück Fleisch sehe, habe ich mich dann doch nicht ganz so schweren Herzens dazu entschlossen, mal ein halbes Jahr lang auf Fleisch zu verzichten. Ich muss aber zugeben, dass ich schon das ein oder andere Mal nachts von guten schwäbischen Maultaschen geträumt habe oder von Rührei mit Speck…

Vielleicht noch kurz etwas zum Frühstück: Der original Ghanaer kennt kein richtiges Frühstück, er isst irgendwann im Laufe des Vormittags und das dann richtig deftig mit Reis, Stuub und Fleisch/Fisch. Da die Deutschen aber mal wieder eine Extrawurst brauchen, um voller Elan in den Tag starten zu können, haben sie sich das gute englisch Toastbrot, das es hier gibt, Marmelade, Streichkäse und Honig (und das den Umständen entsprechend nicht gerade wenig Geld) gekauft und frühstücken morgens gemütlich auf ihrer „Veranda“ (zu dem guten Toast sei allerdings noch gesagt, dass es innerhalb zweier Tage gegessen sein muss – zumindest, wenn man nicht auf Brot mit Barthaar steht). Oder holen sich Bread&Egg, ein Gemüse-Omelett zwischen zwei Toastscheiben, schön fettig angebraten natürlich. Oder wieder der gute alte Babybrei mit Obststückchen.

 

So, mehr kann ich zum Thema Essen gerade nicht anbieten. Vielleicht noch, dass wir einen relativ ordentlichen Nutella-Ersatz mit dem Namen „Choco Delight“ gefunden haben. Schmeckt zwar mehr nach Erdnüssen als nach Haselnüssen, lässt sich aber mindestens genau so gut pur abends zum Film essen… Das war´s dann jetzt aber auch wieder für dieses Mal, ich hoffe natürlich wie immer, dass es euch allen gut geht wo immer ihr euch auch gerade befindet! 🙂

 

Liebste Grüße,

Lisa

Neues aus dem Tollhaus

Hallöchen,

 

nach einer weiteren Woche im Outback Ghanas gibt es nun endlich Erfolg in Sachen Arbeit zu vermelden – mehr oder weniger zumindest. Nachdem diese Woche an sich nicht besser begonnen hat als die Woche zuvor (rum sitzen, nichts tun, abwarten…) habe ich am Freitag dann endlich die Möglichkeit bekommen, bei den Ältesten im Kindergarten zu unterrichten – oder eher, dass ich es versuchen konnte… 😀 Aber vielleicht sollte ich zuerst erklären, wie ich diesen Teilerfolg erringen konnte: Am Donnerstag wurde mir eröffnet, dass Freitag eine Lehrerfortbildung in Kumasi stattfinden sollte, zu dem ein Großteil der Erzieherinnen gehen wollte. Nachdem letzten Freitag mit ganzen 10 Kindern ja nicht unbedingt die Hölle los war, habe ich mich also auf einen ruhigen Vormittag mit nur 10 anstatt 20 Kindern auf mir eingestellt – allerdings war dem nicht ganz so, denn wie sich heraus gestellt hat, waren die Köchin und ich die einzigen Volljährigen Besucher des Kindergartens – gemeinsam mit ungefähr 40 tobenden, sich auf das Wochenende freuenden Kindern. Eins war mir nach 10 Minuten schon klar, langweilig würde es sicher nicht werden! Wie schon erwähnt, da keine Lehrerin da war, habe ich dann die Ältesten (5 bis 7 Jahre) zugeteilt bekommen – „just try to get them busy“ waren die letzten Worte der Köchin, bevor sie mich kichernd mit den Kindern allein ließ. Da ich durch mein Trainer Dasein ja eigentlich große Kindergruppen gewöhnt bin, hatte ich schon den festen Vorsatz, die Kinder irgendwie zu beschäftigen… Nachdem sich der englische Wortschatz und das Verständnis der Kinder jedoch ausschließlich auf das Alphabet und die Zahlenreihe bis 30 beschränkt, verlief das mit dem Unterrichten auf Englisch aber dann auch relativ schnell wieder im Sand. Ich bin demnach zu dem Schluss gekommen, dass das Projekt „Unterrichten im Kindergarten“ wohl gescheitert ist – und nachdem ich Freitag ja mal kurz reinschnuppern konnte, bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich das wirklich nur Schade finde. 😉 Allerdings darf ich Freitags jetzt auch immer Sport für die Ältesten „unterrichten“, habe ich natürlich auch gleich ausprobiert. Da aber ein erneutes Eingestehen von Scheitern nicht gut für mein Ego wäre, werde ich es wohl so ausdrücken: 40-50 Kinder aus Kindergarten und Schule jagen einer 18-jährigen Weißen hinterher, die einen Ball in der Hand hält. 😀 Im Nachhinein muss ich aber zugeben, dass das mit zu den schönsten Erfahrungen gehört, die ich bisher mit den Kindern machen konnte. Man fühlt sich wie in eine Doku über kickende afrikanische Kinder auf Arte hinein versetzt… Das ist schon ein mega Gefühl, die ganzen lachenden, schreienden Kinder um sich rum, wieder so ein Moment in dem man denkt: „Ich bin wirklich in Ghana, ich hab das tatsächlich durchgezogen…“ Soviel also erst mal zu meiner Tätigkeit als Lehrerin im Kindergarten. Ich glaube allerdings, dass ich mir noch einen zweiten Job an der Primary School suchen werde, sonst ist mein Hintern nach den 6 Monaten an einem Stuhl fest gewachsen.

Vielleicht sollte ich noch ein oder zwei Worte zu den Kindern hier sagen, sonst könnte man glaube ich denken, ich würde in einem Tollhaus arbeiten… Das Problem liegt meiner Meinung daran, dass Honeylove, Blessing oder Godfred hier seit frühester Kindheit wegen jedem Ungehorsam und Fehler geschlagen werden, sie also daran gewöhnt sind, dass man ihnen mit einem Stock sagt, was richtig oder falsch ist. Demnach wird auf fast nichts anderes mehr als „Gewalt“ gehört und da ich nicht vorhabe, mit dem Zollstock im Anschlag durch die Gegend zu rennen, muss ich mich wohl damit abfinden, dass ich als Lehrerin im Kindergarten nur schwer durchkommen werde.

Jetzt noch etwas zu Honeylove, Blessing und Godfred – diese Kinder existieren wirklich und die Namen sind absolut real! Ich war im ersten Moment auch etwas irritiert, ob ich tatsächlich richtig lesen kann (gut, bei meinem 0-8-15 Lisa bin ich so etwas Außergewöhnliches auch wirklich nicht gewohnt), aber das scheinen hier ganz normale Namen zu sein. Im Trend liegen aber auch Martha, Esther und Hans, wobei ich Jacklyn (genau so geschrieben) auch ganz nett finde… 😉 Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten.

Aber gut, das war´s dann auch erst mal wieder zum Thema „Arbeiten“, falls sich in dieser Hinsicht doch noch ein weiterer Erfolg verbuchen lässt, werde ich euch das natürlich wissen lassen.

Ich hoffe, euch geht es gut im kalten Deutschland, ich werde mich jetzt mal wieder in die Sonne bequemen, um meinen Bikini-Streifen zu intensivieren. 😉

 

Liebste Grüße,

Lisa

Immer diese „Arbeit“… ;)

Hallo ihr alle,

 

schon wieder eine Woche vergangen, geht ja alles ganz fix. Wobei ich mir diese Woche eigentlich öfter gewünscht habe, sie würde noch schneller vergehen… Als Erklärung hierfür nur so viel: Kindergarten hat begonnen! 😀 Eigentlich war ich ja schon mega gespannt auf den Start, hab ich ja in meinem letzten Blogeintrag auch geschrieben… Endlich was sinnvolles zu tun, nicht mehr nur den ganzen Tag rumhängen, nichts tun und warten, das die Zeit verstreicht… Dachte ich zumindest! 😀 Aber weit gefehlt! Mein offizieller erster Arbeitstag am Dienstag begann um halb 11 (ausgemacht war, dass ich um 7.00 Uhr abgeholt werden würde, aber das nur am Rande) und endete um 12 Uhr damit, dass ich den Kindern Essen ausgeben durfte. Kann ja nur besser werden, das war zumindest mein Gedanke als ich mich am Mittwoch um 8.00 Uhr in den Kindergarten aufgemacht habe. Aber ich wurde auch diesmal enttäuscht, von nützlicher und beschäftigender Arbeit weit und breit keine Spur, zumindest für mich nicht. Demnach habe ich den gesamten Vormittag (Gott sei Dank macht der Kindergarten Mittwochs wohl um halb 1 statt um 2 Uhr zu) auf einem Stuhl am Eingang zusammen mit den anderen Erzieherinnen sitzend verbracht. Allerdings habe ich wirklich süße Kinder kennen gelernt und auch gleich an paar nette Bilder geschossen. 🙂 Die Kinder sind hier wirklich allesamt zuckersüß und auch unglaublich höflich, viel höflicher als in den deutschen Kindergärten! So wird jede Erzieherin persönlich mit einem „Good morning, Madamé“ und einem Knicks (von den Mädchen) begrüßt, die Jungen salutieren dazu. Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob dieser Gehorsam nur der autoritären Ausstrahlung der Erzieherinnen zu verdanken ist oder anderen Maßnahmen, auch wenn ich bis jetzt (zum Glück!) noch keine beobachten konnte. Zu mir sagen die Kinder „Madamé Lisa“ und ich muss ja zugeben, dass ich das wirklich süß finde… 😉 Und da sie mich mindestens genau so interessant finden wie ich sie, war der Morgen auch nur noch halb so langweilig, als sie auf mir und um mich rum gekrabbelt sind. Davon überzeugt, dass Donnerstag nach den vergangenen zwei Tagen ja interessanter werden muss, war ich auch an diesem Tag pünktlich um 8.00 Uhr da, ebenso wie die Kinder. Von den Erzieherinnen aber noch weit und breit keine Spur, also warten vor verschlossenen Türen. Aber nur 5 Minuten, dann kamen die Lehrerinnen (an denen ich mich in meinem Auftreten den Kindern gegenüber orientieren soll, aber das wieder nur am Rande 😉 ) und mein Hinterteil fand dann schlussendlich doch wieder den wohlbekannten Platz auf dem Stuhl am Eingang (leider ging der Kindergarten diesmal bis um 2 Uhr….). Allerdings hatten sie diesmal Bastelzeug mitgebracht, also konnte ich zumindest ein kleines bisschen Ausschneiden und Kleben. Man mag es zwar kaum glauben, aber eigentlich hätte ich nicht mal das machen sollen, erst nach mehrmaligem Nachfragen wurden mir dann die leichten Sachen aufgetragen (meine Mami ist zwar keine ghanaische Big Mummy, die ihren Kindern das Überleben im Busch lehrt, aber Schneiden und Kleben hat sie mir auch beigebracht 😀 Ich komme zu dieser Schlussfolgerung, da sie mir ziemlich kritisch zugeschaut haben und dann aber doch zufrieden zu sein schienen). Es besteht jedoch Hoffnung, das kommende Woche mehr zu tun ist, denn dann beginnt auch der Unterricht. Das Problem diese Woche war schlicht und ergreifend, dass es die erste Woche nach den Ferien ist. Und die zählt für viele Ghanaer eben auch noch zu den Ferien, also kommen die meisten Kinder erst die Woche danach. Und da beginnt dann eben auch erst der Unterricht, davor lohnt es sich nicht. Tags darauf habe ich dann auch noch gleich zwei weitere wichtige Regeln gelernt, um sich das Leben hier entspannter und angenehmer zu machen: 1. Freitage gehören zum Wochenende, 2. regnet es am Morgen, kommt man wenn überhaupt erst, nachdem der Regen aufgehört hat. Ganz einfach. Damit lässt sich dann auch die überwältigende Zahl von genau 10 Kindern erklären, die ich am Freitag dann damit bespaßt habe, dass ich mit den Erzieherinnen die Spiele, die am Vortag gebastelt worden waren, gespielt habe (Domino und Memorie). Auf die Woche zurück blickend lässt sich wohl das Fazit ziehen, dass ich nicht wirklich viel zu der Woche davor (rumsitzen, nichts tun, warten, dass die Zeit vergeht) geändert hat. Mir wurde allerdings versichert, dass kommende Woche „a lot of work, a lot of work“ (O-Ton Erzieherin) auf mich zukommt. Bin also gespannt und hoffe, dass ich euch dann endlich sagen kann , wie meine eigentliche Arbeit hier so aussieht! 😀

Liebste Grüße ins herbstliche Deutschland (so wurde mir berichtet?!) 🙂

Lisa

Funk aus dem Busch, die zweite :)

Hallo zusammen,

 

bin immer noch ganz erschlagen von den Erlebnissen vergangene Woche. Es ist echt Wahnsinn, ich bin gerade mal eine Woche in Ghana und könnte schon ganze Bücher über die Erlebnisse hier füllen. Die neuen Eindrücke prasseln hier nur so auf einen ein, aber das hab ich glaub auch schon mal erwähnt… Um anzufangen, am Dienstag haben wir uns zusammen mit dem letzten Freiwilligen, der hier gewohnt hat und Matthias heißt, aufgemacht, um uns Kumasi und seinen berühmten Markt anzuschauen (berühmt daher, dass es wohl der größte in ganz Ghana bzw. ich glaube sogar in ganz Westafrika sein soll). Die erste Hürde, die wir an diesem Tag nehmen mussten, war die Frage nach dem Transport. Die günstigste Variante, in Ghana von A nach B zu kommen, ist wohl das Tro-Tro (zu deutsch: Linienbus). Für umgerechnet 25 Cent pro Person ist man dabei. Allerdings fahren die Tro-Tros nach Kumasi nur von Kwadaso aus (Nachbarort von Denchemouso), also musstsen wir erst einmal dorthin kommen. Man könnte jetzt natürlich ein Taxi nehmen, was allerdings umgerechnet 2,50 Euro für alle zusammen kosten würde. Da man sich allerdings schon den ghanaischen Preisen angepasst hat, erscheint das natürlich recht teuer. Billigere Alternative hierzu wäre ein „Sharing-Taxi“, wie der Name schon sagt ein Taxi, das man mit anderen Personen teilt. Auch hierfür wieder 25 Cent pro Person. Allerdings gestaltet es sich, ein „Sharing-Taxi“ für 7 Leute zu finden, recht schwer, da die meisten Taxifahrer maximal 6 Leute mitnehmen. Schlussendlich sahen wir uns also gezwungen, zur teuren Variante zu greifen und uns für 5 Cedi zur Tro-Tro Station kutschieren zu lassen. Da es hier anscheinend auch so etwas wie Mittagspausenverkehr gibt und wir natürlich gerade diese Zeit erwischt hatten, herrschte an der „Haltestelle“ (=Verkehrsinsel) dementsprechend Andrang. Da die Leute hinter uns in der Schlange, (die unsere Versuche, ein Tro-Tro mit 7 freien Plätzen zu ergattern, anscheinend recht amüsant fanden) sich freundlicherweise geradezu vor ein vorbeifahrendes Tro-Tro warfen, um ja nicht warten zu müssen, verbrachten wir insgesamt wohl eine gute halbe Stunde in brütender Hitze, bis dann doch noch ein Gefährt mit 5 deutschen (=7 ghanaischen) freien Plätzen auftauchte.

Die Fahrt in einem Tro-Tro ist ebenso wie die Fahrt in einem Taxi eine ziemlich spannende Sache. Zumindest für Menschen, die eine deutsche Fahrschule besucht haben. Ich habe wirkliche versucht, die Logik des Hupens zu verstehen, bisher bin ich allerdings noch nicht dahinter gestiegen. Auch die Straßenregeln erschließen sich mir noch nicht ganz, allerdings habe ich beschlossen, dass ich hier wohl besser nicht selbst Auto fahre (wahrscheinlich käme ich nicht einmal bis auf die Hauptstraße, weil ich davor in irgendeinem Schlagloch hängengeblieben wäre).

In Kumasi angekommen (ausgestiegen wird, wo der nächste Stau ist. Dünne Menschen sind hier klar im Vorteil, sie können sich leichter durch die Autos auf der Straße zwängen.) haben wir dann also den Markt besucht… wobei, wir haben es wohl eher versucht, denn der Markt ist zu groß, um ihn jemals an einem Tag, geschweige denn in 2 Stunden durchqueren zu können. Auch hier ergibt sich eine Logik, allerdings habe ich auch die noch nicht ganz durchschaut. Ich weiß zumindest, dass der Markt in Bereiche aufgeteilt ist, also z.B. nach Fleisch, Gemüse und Kleidung geordnet ist. Welchen Eingang man allerdings nehmen muss, um gewünschten Bereich zu finden, weiß ich (noch?) nicht.

Der Markt an sich ist, wie schon gesagt, riesig. Ich tippe mal auf über 500 Stände, die sich dicht an dicht links und rechts von den engen Gassen reihen und an denen sich tausende Menschen vorbei quetschen. Wer Berührungsängste oder Platzangst hat, sollte den Markt vielleicht nicht besuchen… Man kann sich sicher vorstellen, dass man als weißer Mensch natürlich besonders gern berührt oder angequatscht wird (eine etwas ältere Marktfrau wollte wohl schon immer mal einer Weißen einen Klaps auf den Hintergen geben). Auch die Tatsache, dass man trotz seiner Hautfarbe nicht alles kaufen möchte, was man mit den Augen gestreift hat, erklärt sich hier nicht ganz von selbst. Unser Guide Matthias hat da allerdings seine ganz eigene Strategie entwickelt: Einfach vorpreschen und nicht zurück schauen. 😉

Da es an diesem Tag allerdings mal wieder unglaublich heiß und schwül war und die Menschenmassen das natürlich nicht unbedingt besser machen, haben wir den Markt schon nach kurzer Zeit wieder verlassen. Ich werde mich kommendes Wochenende allerdings erneut ins Getümmel wagen, um vielleicht auch schon das ein oder andere Mitbringsel zu erstehen. 🙂 Soviel also erst einmal zu meinem Marktbesuch.

Ein weiteres, sehr interessantes Erlebnis hatten wir Freitag Abend: Da Carmen die in Ghana wohl bekannte 2-Rastamen-Group „Fokn Bois“ ziemlich cool findet, haben wir uns zu einem Auftritt der Rastamänner in Kumasi aufgemacht. Die beiden sollten bei dem ghanaischen Pendant zu „Das Supertalent“, hier bekannt unter „Big in Ghana“ auftreten, das laut Internet um 18.00 Uhr beginnen sollte. Im Nachhinein betrachtet sind wir eigentlich selbst Schuld, denn 6 p.m. Ghanaian Time heißt noch lang nicht 18.00 Uhr deutsche Zeit… die einzigen, die sich also pünktlichst um 18.00 Uhr auf dem Gelände des „Culture Centre“ Kumasis eingefunden hatten, waren die Leute von der Technik, der Organisation… und wir. Da ich nicht unbedingt zu den geduldigsten Menschen zähle, kann man sich glaube ich ganz gut vorstellen, wie elanvoll und enthusiastisch ich war, als die Show um 20.30 Uhr dann schließlich doch noch begann. Man darf sich das ganze schon ungefähr wie „Das Supertalent“ in den Kategorien Tanzen und Rappen vorstellen. Die Jury bildete allerdings das Publikum und der Moderator hielt sich selbst wohl für the next ghanaian 50 Cent. Auch wenn ich kein Wort verstanden habe (moderiert wurde in Landessprache Twi) muss ich zugeben, dass ich wirklich beeindruckt war, wie genial hier schon die Kleinsten tanzen können! Nach dem Tanz- und dem Rapbattle hofften wir dann endlich auf die „Fokn Bois“, denn nach mittlerweile fast 5 Stunden stehen und warten taten dann doch die Füße weh. Da das Beste allerdings bekanntermaßen ja immer zum Schluss kommt (hätten wir eigentlich auch wissen müssen), kamen wir dann erst noch in den Genuss eines „supporting acts“, der wohl internationale Melodien mit ghanaischem Gesang verbindet (hab mich zumindest dabei erwischt, wie ich „Numb“ von Linkin Park mitgesummt habe). Die Vorband (es war mittlerweile viertel vor 12, bedeutete also mittlerweile 6-stündiges Warten) wurde dank eines Stromausfalls allerdings unterbrochen und von der Bühne getrieben (an sich waren sie gar nicht so übel, aber Texte die ich nicht versteh, liegen mir irgendwie nicht). Nach einer dreiviertel Stunde ohne Strom, in der wir die „Fokn Bois“ sogar Backstage! treffen durften (genau so hab ich mir „Rastas“ immer vorgestellt!) funktionierte der Strom wieder und unser Warten wurde endlich belohnt! Ich muss zugeben, die Show der beiden war wirklich witzig und auch die Liedtexte (auf englisch!) wirklich sehr originell! 😀 (http://www.youtube.com/watch?v=CImlrbj-ZWI) Die letzte Prüfung des Tages bestand dann schlussendlich noch darin, unseren Taxifahrer erfolgreich durch die Schlaglöcher nach Denchemouso zurück zu lotsen…Meine durchgelegene Matratze kam mir noch nie paradiesischer vor.

 

So, jetzt wisst ihr also, was sich in meiner ersten Woche in Ghana so alles zugetragen, zumindest einen Teil davon. 🙂 Am Dienstag beginnt dann auch der Ernst des Lebens für mich, der Kindergarten geht los… Ich bin schon mega gespannt, freu mich aber auch riesig, endlich das machen zu können, für was ich eigentlich hier im „Busch“ hocke. 😉 Ich hoffe, euch geht’s gut in Deutschland, ich hab gehört, das Wetter soll ja nicht so atemberaubend sein…. 😛

 

Liebste Grüße und bis bald,

Lisa 🙂

Buschnachricht, die erste ;)

Hei alle zusammen,

jetzt also mein erster Blogeintrag aus Denchemouso, Ghana. Da mich das Internet im Internetcafé nach einer halben Stunde schon aufgeregt hat, hab ich beschlossen, dass ich mir einen Internetstick zulege, um direkt von unter meinem Fliegenbaldachin berichten zu können.

Nachdem wir Sonntagabend gegen 20.00 Uhr Ortszeit in Accra gelandet sind, mussten wir uns erstmal auf Koffersuche begeben (Gott sei Dank nicht meine). Nach fast 2 Stunden mit dem Lost&Found- Personal haben wir die Koffer dann in Istanbul auf´m Flughafen aufgespürt, sie werden mit dem nächsten Flieger nachgeschickt. Das sollte eigentlich Dienstag Abend sein, bis jetzt sind sie immer noch nicht da…. Aber gut Ding will hier Weile haben, das hab ich auch schon nach 3 Tagen gelernt. 😉 Die Nacht haben wir in Accra in einem Hotel verbracht und sind dann am nächsten Morgen mit dem Bus 6 Stunden nach Kumasi gefahren, die nächst größere Stadt zu meinem Dorf Denchemouso. Entgegen allen Erwartungen (ich dachte, der Bus sei gerammelt voll, keine Klima, keine Sitzplätze) war die Fahrt wirklich angenehm! Schöne bequeme Ledersitze, Klima, viel Platz… japanische Qualitätsarbeit eben! 😉 Ernsthaft, der Bus war besser als es mancher in Deutschland ist.

In Kumasi angekommen wurden wir von dem Schooladministrator der Schule abgeholt. Ich muss sagen, dass ich immer noch erstaunt bin, wie viel doch in einen Kombi hineinpasst (in unserem Fall waren es 7 Leute und 15 Gepäckstücke).

Ich teile mir mein Zimmer auf dem Campusgelände mit Carmen, angehende Lehrerin aus Bayern (für alle vom AGH, sie erinnert stark an Frau Eisele ^^ ). Unser Zimmer ist an sich gut, das Bad ist halt so eine Sache für sich… 😉 Das Klo leckt beim Spülen und die Klobrille fehlt auch. 😀 Allerdings haben wir beschlossen, eine Klobrille zu kaufen und wollen das Leck mit Silikon abdichten… wenn ich mich denn mal trau, das Klo zu untersuchen (dafür muss es erst mal geputzt werden 😉 ). Aber um es mal mit Julian Marstallers Worten auszudrücken, ich lebe luxuriös, denn immerhin muss ich nicht in ein Loch sch*****! 😉 Also positiv sehen und darüber lachen. 🙂

Ich hab hier in den letzten Tagen schon so viel Neues gesehen und erlebt, ich kann das gar nicht alles in Worte packen und geordnet aufschreiben… Ich beginne mal mit den Sachen, ich wirklich toll finde: Als wir mit dem Bus nach Kumasi gefahren sind, haben wir auch sehr viel Natur durchquert. Es ist hier teilweise echt so klischeehaft, wie man das immer so sagt: Links und rechts von der Straße stehen Palmen, Bananenpflanzen, Büsche etc. und dazwischen befinden sich „Häuseransammlungen“ (ich würd es nicht Dörfer nennen). Die sind um einen kleinen Platz herum gebaut und auf dem sitzen dann Frauen um ein Feuer herum und kochen während ganz viele kleine Kinder zwischen den Häusern herum springen und spielen. So klischeehaft es auch klingt, ich finde das wirklich schön. 🙂 Andererseits sieht man an diesen Häusern eben auch, wie arm ein Teil der Bevölkerung ist. Die Wände sind aus provisorisch zusammengezimmerten Holzlatten und die Dächer aus Wellblech… irgendwie auch wieder ein Klischee…

Ein Klischee, dass sich bisher aber nicht bestätigt hat, ist das Thema mit der Zeit bzw. Pünktlichkeit… 😉 Bisher waren alle Ghanaer, die uns irgendwo abholen sollten, nicht

unpünktlicher, als ich´s in Deutschland manchmal auch bin. 😉

Allerdings gibt es dann auch doch wieder Dinge, die ich ein wenig merkwürdig finde:

Dazu gehört, dass man wirklich die permanent angestarrt wird. Egal was man tut, egal wie sch**** man der Hitze wegen aussieht, alle starren dich an. Die kleinen Kinder, die teilweise noch nie jemand Weißes gesehen haben, zeigen mit dem Finger auf dich und rufen dir hinterher (was jetzt aber überhaupt nicht wild ist, wir haben als kleines Kind ja alle auch Leute mit anderer Hautfarbe angestarrt 🙂 ). Gestern, als wir uns das Nachbardorf angeschaut haben, kamen zwei kleine Kinder auf mich zu gerannt und haben mich einfach umarmt… (sie war´n ja schon zuckersüß…^^). Bei den Älteren wundert es mich ein bisschen, denn eigentlich müssten in der Gegend ja öfters Weiße rumlaufen, immerhin gibt es das Freiwilligenprojekt ja schon einige Jahre… Ich muss auch zugeben, dass ich (und die anderen Freiwilligen) die Leute an sich viel offener erwartet haben, als sie es bis jetzt sind… zumindest wurde uns immer erzählt, wie freundlich, offen und hilfsbereit die Menschen hier seien. Ich will gar nicht bestreiten, dass das wirklich so ist, ich habe auch schon viele Leute getroffen, die wirklich nett, offen und hilfsbereit sind. Aber eben auch einige, die uns das Gefühl vermittelt haben, dass wir hier nur geduldet sind…zumindest ist das mein Gefühl…Vielleicht gibt sich das noch ein bisschen je länger ich hier bin. Allerdings find ich´s dann doch etwas irritierend, wenn man dann vor uns offen davon spricht, wie unfreundlich und verschlossen die Deutschen doch seien und wie freundlich die Ghanaer dagegen… Aber das ist nur mein Gefühl, vielleicht schätze ich das auch falsch ein.

Was ich dann aber auch wieder lustig finde ist, dass hier mal gar nix nach typisch deutscher Ordnung läuft, eben alles bisschen unkonventioneller. 😉 Dazu gehört auch, dass eine Freiwillige, die eigentlich in einer Gastfamilie wohnen sollte, bis jetzt noch bei uns auf dem Campus schläft. Der Schooladministrator meinte am Montag zu ihr, es müssten noch ein oder zwei Dinge mit der Familie geklärt werden, bis sie dorthin kann, würde aber schnell gehen… bis jetzt hat sich da noch nichts getan, wir sind uns nicht mehr ganz sicher, ob es bis jetzt überhaupt eine Familie gibt, zu der sie kann… 😀 😀 Aber wir warten jetzt einfach mal ab ob sich noch was tut, sonst wohnen wir halt zu fünft in zwei Zimmern. 🙂

Zum Schluss vielleicht noch ein oder zwei Worte zum eigentlichen Grund meines Aufenthaltes hier, der Arbeit im Kindergarten. 😉 Gerade haben die süßen Kleinen noch Ferien, die Arbeit beginnt nächste Woche am 4. September. Das ist ganz gut, denn ich hab jetzt noch ein wenig Zeit, um mich hier einzurichten und einzugewöhnen. Aber ich bin auch schon mega gespannt auf die Arbeit mit den Kindern und ob die mal so auf mich hören, wie ich mir das gedacht (vielleicht auch erhofft) habe. 😉

Soo, jetzt bin ich dann aber auch am Ende, auch wenn ich das Gefühl hab, jede Menge vergessen zu haben. 🙂 Aber das schreib ich dann einfach nächstes Mal. Was ich aber noch loswerden wollte, ist die Sache mit den SMS aus Deutschland: Wer Alditalk hat, der kann mir sehr gern auf meine normale Aldinummer schreiben, ich hab das Handy an. Ihr zahlt, wenn ihr die Flat habt, auch nichts dafür. 🙂 Ich werd euch dann von meinem Ghana-Handy antworten, das ist für mich billiger. Allerdings weiß ich nie so recht, ob die SMS wirklich ankommen (manchmal tun sie´s, manchmal aber auch nicht), deshalb seit nicht böse, wenn nichts zurück kommt, die SMS ist dann unterwegs wohl verloren gegangen. 🙂 Das wär´s dann aber auch mal gewesen.

Ich hoffe, euch geht’s gut daheim!

Liebste Grüße,

Lisa 🙂

Hello world!

Hei alle zusammen,

ich bin jetzt also auch unter die  Blogschreiber gegangen, um euch ein bisschen über mein halbes Jahr in Ghana auf dem Laufenden zu halten. 😉 Also wen´s interessiert, was ich in Ghana bald so treiben werde, kann sich hier so regelmäßig wie ich´s eben schaffe über neue Infos freuen. Ich werde aber parallel zu diesem Blog auch noch in Facebook Bilder hochladen und natürlich Mails an alle schreiben… damit ihr mich auch ja nicht vergesst… 😉

Liebste Grüße,

Lissi 🙂